Pro-Senectute 
- [Alt + 0] - Zur Startseite
- [Alt + 1] - Hauptnavigation
- [Alt + 2] - Inhalt
- [Alt + 3] - Kontakt
- [Alt + 4] - Sitemap
- [Alt + 5] - suchen
Monika Helfer / Michael Köhlmeier: Rosie und der Urgrossvater
Monika Helfer / Michael Köhlmeier
Rosie und der Urgrossvater
Illustriert von Barbara Steinitz.
München: Carl Hanser 2010.
140 S., CHF 24.90
ISBN 978-3-446-23587-8
Dieses Buch wurde 2011 mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet.
Das Autorenpaar
Das Schriftsteller-Ehepaar Monika Helfer und Michael Köhlmeier lebt in Hohenems, Österreich, an der Grenze zur Schweiz. Ihre gemeinsame Tochter Paula starb 2003 bei einem Unfall.
Monika Helfer wurde 1947 in Au/Bregenzerwald geboren. Sie hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Hörspiele veröffentlicht und erhielt dafür viele renommierte Auszeichnungen, darunter 1994 der ORF-Hörspielpreis, 1996 das Robert-Musil-Stipendium und 1997 der Österreichische Würdigungspreis für Literatur.
Michael Köhlmeier, geboren 1949, studierte Politikwissenschaft und Germanistik in Marburg sowie Mathematik und Philosophie in Gießen und Frankfurt am Main. Ab Anfang der 1970er Jahre wurde er mit Hörspielen und kürzeren Prosatexten bekannt. Im Laufe der Jahre ist ein umfangreiches Romanwerk entstanden. Für sein Schaffen wurde er unter anderem mit dem Manes-Sperber-Preis, dem Anton-Wildgans-Preis und dem Grimmelshausen-Preis ausgezeichnet. Seine Radiosendungen, in denen er antike Sagen und Mythen nacherzählt, erfreuen sich grosser Beliebtheit.
Die Illustratorin
Barbara Steinitz, geboren 1978 in Freiburg im Breisgau, studierte Kommunikationsdesign und Illustration in Saarbrücken und in Barcelona. Bei einem Volontariat in Nicaragua lernte sie die Autorin Gioconda Belli kennen, für die sie ihr erstes Bilderbuch illustrierte. 2009 kam ihr erstes eigenes Bilderbuch heraus (Schnurzpiepegal, Bajazzo Verlag Zürich). Barbara Steinitz arbeitet als freiberufliche Illustratorin und Autorin für verschiedene Verlage und lebt in Berlin.
Inhalt
Rosie hat Glück: Sie hat einen Urgrossvater, der noch lebt. Die Besuche bei ihm sind für das New Yorker Mädchen umso bedeutsamer, als Rosie in einem reinen Frauenhaushalt aufwächst, mit Mutter und Grossmutter. Zu seiner Tochter und Enkelin ist der Alte ein wenig grantig, doch wenn ihn die Urenkelin besucht, sprüht er nur so vor Witz und Charme. Was die beiden verbindet, über vier Generationen hinweg, ist das Erzählen. Rosie liebt Geschichten. Und die Geschichten des Urgrossvaters ganz besonders.
Die Wurzeln von Rosies Familie liegen in Hohenems, einer kleinen Stadt im österreichischen Rheintal, an der Grenze zum Kanton St. Gallen. Julius, so heisst der Alte, wurde dort geboren, als Sohn einer jüdischen Familie. Über viele Generationen lebten seine Vorfahren dort, bis zum sogenannten Anschluss Österreichs an Nazideutschland. Den Holocaust überlebte der Urgrossvater nur, weil er rechtzeitig über den Rhein in die Schweiz fliehen konnte, schwimmend – und weil der Polizeihauptmann Paul Grüninger ihm half, anstatt ihn an die Gestapo auszuliefern. Ganz nebenbei wird Grüninger in diesem traurigen und doch so lebensmutigen Buch ein Denkmal gesetzt.
Das österreichische Schriftstellerpaar Monika Helfer und Michael Köhlmeier lebt selbst in Hohenems und hat nun die eigene Stadt zum Anlass genommen, Geschichte an einem konkreten Beispiel lebendig zu machen. Das erzähl- und zuhörfreudige Gespann aus Urgrossvater und Urenkelin macht deutlich, wie sich Geschichten über die Zeit entwickeln – und auch mal selbständig machen. Der Urgrossvater hat Fantasie und setzt sie schamlos ein, um die junge Zuhörerin bei der Stange zu behalten. Die Kochtöpfe der Grossmutter werden grösser und grösser, während Geschichten über das Leben der Juden in Hohenems mit einer konzentrierten Leuchtkraft aufgeladen werden, die nur die Nostalgie hervorbringen kann.
Dank der Flunkerei des Alten sind die Geschichten leichtfüssig und eine Spur fantastisch, obwohl der dunkle Schatten des Holocaust immer spürbar ist. Auch das ist Programm, wie Hanno Loewy, der Leiter des Jüdischen Museums in Hohenems, in einem Nachwort schreibt: «Jüdische Geschichte: Oft erzählen wir sie heute mit sehr viel Ehrfurcht, ja Scheu. Die grosse Katastrophe, die im 20. Jahrhundert diese Geschichte geprägt hat, sie verstellt uns manchmal den Blick auf das Leben, auf die Erfahrungen der Menschen, ihren Alltag davor und danach.»
Keine Einträge vorhanden
Es sind keine Einträge zu diesem Artikel vorhanden.
