ausgezeichnet mit dem Prix Chronos

Marianne Musgrove: Als Opa alles auf den Kopf stellte

Marianne Musgrove
Als Opa alles auf den Kopf stellte
Übersetzt von Gabriele Haefs.

Illustriert von Martina Badstuber.
Weinheim: Beltz&Gelberg 2010.
135 S., CHF 18.90
ISBN 978-3-407-79971-5

Zur Autorin

Marianne Musgrove wurde in Sydney, Australien geboren und wuchs in einem Vorort der Stadt auf. In der Kindheit wurde Sie stets von ihrem unsichtbaren Freund namens Horsam begleitet. Als Kind war sie nach eigenen Angaben eine schlechte Leserin, während eines längeren Auslandaufenthaltes mit der Familie fand sie zum Buch, und seither lässt es sie nicht mehr los.

Nach der Schule studierte sie Englisch (was ihr sehr gut gefiel) und Jura (dieses Fach mochte sie weniger). Zusätzlich hat sie einen Abschluss in Sozialer Arbeit; sie arbeitete schon in den verschiedensten Berufen – von der Tomatenplfückerin über die Sozialarbeiterin bis zur Museumsführerin für Kinder.

 

Das mit dem Prix Chronos ausgezeichnete Buch ist Musgroves drittes Werk, im Original heisst es «Don’t Breathe a Word». Sie erhielt von den mitlesenden Seniorinnen und Senioren fast die Hälfte aller Stimmen. Ihre herzlichsten Grüsse und ihren Dank übermittelte Sie in diesem Brief.

 

weitere Informationen: Homepage Beltz-Verlag, Homepage der Autorin

Inhalt

Wenn Eltern sterben ist das die grösste Katastrophe, die Kindern widerfahren kann. Die beiden Schwestern Kenzie und Thalia haben Glück im Unglück, denn ihr Grossvater kümmert sich um sie. Er ist grosszügig, lustig und etwas eigen, und sie nennen ihn nur „Pirat“, weil sein Brustkasten wie eine Schatzkiste aussieht. Die Vorstellung, dass er seiner Aufgabe als Erziehungsverantwortlicher eines Tages nicht mehr gewachsen sein würde, haben sie erfolgreich verdrängt. Gut, er ist etwas vergesslich und bringt die Dinge durcheinander, aber das stört sie zunächst nicht, im Gegenteil: Die beiden Mädchen haben Freiräume, von denen Gleichaltrige nur träumen können. Doch als er Kenzie „Meredith“ nennt – so hiess seine Tochter – und glaubt, dass man Telefone immer noch mit Münzen bedienen könne, wird ihnen klar: Mit dem Grossvater stimmt etwas nicht.

Marianne Musgrove versteht es, mit Leichtigkeit und Humor von den schweren Dingen im Leben zu erzählen. Denn die Diagnose ist leider eindeutig: Der Pirat wird dement. Thalia und Kenzie hoffen immer noch, dass es vorbeigeht, dass Opa irgendwann wieder durchschläft und nur noch vernünftige Dinge tut. Sie vertrauen auf die magischen Gegenstände, an denen sie sich seit dem Tod ihrer Eltern festhalten. Der Autorin gelingt in diesem Buch ein eindringliches und beklemmendes Porträt einer nicht alltäglichen Familie. Figuren und Situationen sind überzeichnet, um dem Text etwas von seiner Schwere zu nehmen, der Blick auf die Figuren ist äusserst liebevoll. Am Ende leisten die Mädchen Übermenschliches, anstatt sich helfen zu lassen – doch zum Glück wenden sich die Dinge zum Guten.

 

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