Nora aus dem Baumhaus

Wien: Verlag Jungbrunnen 2007.
159 S.
ISBN 978-3-7026-5784-0

Gewinnerbuch Prix Chronos 2009

Die Geschichte von Nora aus dem Baumhaus überzeugt beim Prix Chronos 2009 die meisten Leserinnen und Leser der Generation 50plus: 40 % der Stimmen gingen an dieses Buch. Die einfühlsame Erzählweise von Rachel van Kooij, die grosse, mitreissende Motivation der kleinen Nora, die beim Lesen deutlich zu spüren ist und der fröhliche Umgang mit dem schwierigen Thema Demenz sind die Trümpfe dieses Buches.

Eine ältere Prix-Chronos-Leserin meinte, das Buch sollte für das Personal in Alters- und Pflegeheimen zur Pflichtlektüre gehören. Es zeigt ausserdem auf, "dass junge Personen eine äusserst positive Wirkung auf die Alltagsgestaltung von älteren Mitmenschen haben können." Urteil einer anderen Seniorin: "Ein hervorragend geschriebenes Buch, lehrreich und Mut machend für alle Generationen."

Zur Autorin

1968 wurde Rachel van Kooij in den Niederlanden geboren. Mit zehn Jahren kam sie nach Klosterneuburg (Österreich), wo sie bis heute lebt. Nach der Matura studierte Rachel van Kooij Pädagogik sowie Sonder- und Heilpädagogik und schloss ihr Studium 1993 ab.
Heute arbeitet sie in einer Wohngemeinschaft für geistig behinderte Erwachsene und unterrichtet nebenbei Kinder mit Teilleistungsschwächen. Aus dieser Arbeit heraus entstanden ihre ersten Geschichten für einen Buben, der sich mit dem Lesenlernen plagte. Aus "Adventskalender-geschichten", die sie für ihn und andere Kinder geschrieben hatte, entstand ihr erstes Buch: "Jonas, die Gans". Daneben verfasste sie regelmäßig Theaterstücke für eine Gruppe schauspielbegeisterter Kinder.

Quellen: Jungbrunnen Verlag und LeserStimmen

Inhalt

Alle Kinder haben Grosseltern, nur Nora nicht. Aber da erfährt Nora, dass sie sogar eine Uroma hat. Nur - Uroma leidet an Demenz. Sie lebt in einem Pflegeheim, seit das Badewasser ins Wohnzimmer floss und Uroma mitten im Winter im Nachthemd auf der Strasse Hilfe holen wollte. Nora hat vergessen, dass sie Uroma als kleines Kind für eine Hexe hielt, daher hat ihr Mama die monatlichen Besuche verschwiegen. Als Nora dann Uroma besucht, entsteht ganz unerwartet ein schöner Kontakt. Allerdings kann Nora nur mit Uroma reden, wenn sie sie behandelt, wie Uroma sich fühlt: als Kind. Ohne Wissen der Eltern besucht Nora Uroma immer wieder, bis schliesslich ein verrückter Plan entsteht: Sie will für Uroma ein Geburtstagsfest veranstalten. Das ist nicht ganz einfach, denn Stationsschwester Karin verlangt, dass entweder alle oder keine Patienten feiern sollen, und um die Patienten aus ihrem teilnahmslosen Zustand herauszuholen, muss Nora in der persönlichen Geschichte jedes einzelnen einen Anknüpfungspunkt zur Kindheit zu finden. Ausserdem muss der Aufenthaltsraum so hergerichtet werden, wie er vor fünfundsiebzig Jahren hätte aussehen können … Freund Daniel hilft Nora, den Plan umzusetzen. Gemeinsam finden sie einen Trödler, der Kleider und Möbel zur Verfügung stellt, und als Noras Eltern, die zu guter Letzt eingeweiht werden, mitmachen, steigt im Pflegeheim schliesslich ein rauschendes Fest. – Ein Buch, das sich auf heitere und fantasievolle Weise dem schwierigen Thema Demenz widmet.